Sage und schreibe 232,7 Kilometer – so weit lief Ultraläuferin Anke Libuda bei den Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf und entschied damit das Rennen für sich. „Deutsche Meisterin“ darf sie sich jetzt nennen. Und damit nicht genug. Mit dieser Distanz ist die Läuferin vom BSG Springorum Bochum in diesem Jahr schnellste Deutsche und sie belegt Platz 4 der ewigen deutschen Bestenliste sowie unter den Top 6 der Weltjahresbestenliste platziert. Dabei war die Vorbereitung auf das Rennen, das so nah vor der eigenen Haustür ein besonderes Highlight für die Läuferin darstellte, alles andere als einfach. Zwei Wochen vor der DM begann Ankes Fuß zu schmerzen – eine Reaktion auf die umfangorientierte, belastende Vorbereitung. Zuerst merkte sie es nur nach dem Laufen, dann blieben die Schmerzen permanent. Doch Physiotherapeut Hems Bungenberg de Jong konnte Abhilfe schaffen. „Glücklicherweise hat Hems die Ursache gefunden und die entsprechenden Gelenke wieder beweglich gemacht“, sagte die 39-Jährige nach ihrem Rennen.
Und obwohl die Unsicherheit über die Verletzung die Ultraläuferin noch im Rennen beschäftigte, ließ die Spannung in der Fußsohle während des Laufens nach und Ankes Plan ging auf: Innerhalb der ersten 12 Stunden knackte sie die 120 Kilometer-Marke und lief dann noch einmal zu Hochtouren auf. In der zweiten Hälfte des Rennens gelang es ihr, noch einmal 110 Kilometer drauf zu legen. Mit über 230 Kilometern rannte sie zum deutschen Altersklassenrekord der W35 – mit etlichen Kilometern Vorsprung auf die zweitplatzierte. Nach ihrem Rennen zeigte sich Libura überglücklich: „Ich bin dann erst mal eine Ehrenrunde gegangen und habe die letzten Minuten auf der Strecke schon gefeiert!“

Das perfekte Rennen, bei dem sie die angepeilten 230 km knacken konnte, war nicht ohne ihr Team möglich. „Ich musste ja nur Laufen“, schrieb die 39-jährige nach ihrem Sieg auf ihrer Facebook Seite und bedankte sich gleichzeitig bei ihrer Crew, Freunden und Familie. Ein besonderer Dank galt unter anderem auch „dem Knochenbrecher vom Dienst“, Hems Bungenberg de Jong, der die Läuferin in den Wochen vor dem Rennen dank engmaschiger Behandlung wieder fit machen konnte.