400-Meter-Läufer Torben Junker ist einer der Hoffnungsträger in der Dortmunder Leichtathletik-Szene. 2014 wechselte er von einem kleinen Verein im münsterländischen Sassenberg zur LG Olympia Dortmund und wird seitdem von Thomas Kremer betreut. Mit seiner Teilnahme bei den Team-Europameisterschaften und der Heim-EM in Berlin mit der deutschen 4×400-Meter-Staffel konnte er sich einen Traum erfüllen. Neben dem Leistungssport arbeitet der 25-Jährige als IT-Administrator in einer Modefirma.

Torben, du blickst auf ein erfolgreiches  Jahr 2018 zurück. Mit deinem Start bei de EM ist es dir gelungen, dich in der deutschen 400-Meter-Staffel zu etablieren. Du warst im Jugend-/Juniorenbereich schon im Deutschland-Trikot am Start. Mit der EM-Teilnahme hast du jetzt den Sprung auf die internationale Leichtathletik-Bühne in der Erwachsenen-Klasse geschafft. Was sind deine Ziele für die kommende Saison und für die nächsten Jahre?

Torben Junker:

Ich möchte 2019 möglichst viele Erfahrungen auf internationalen Bühnen sammeln und mich über die Staffel-WM in Japan im April und für die Weltmeisterschaften in Doha im September mit der Staffel qualifizieren. Die Qualifikation für die WM ist ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020, die auch eines meiner Ziele sind. Außerdem möchte ich bei den Deutschen Meisterschaften in der Halle und draussen vorne mitmischen.

Du definierst die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio als einen deiner Ziele. Hälst du eine „Einzelteilnahme“ für realistisch oder fokussierst du dich auf die Staffel?

Torben Junker:

Die Qualifikationsnorm für einen Einzelstart bei den Olympischen Spielen ist sehr schwierig, aber ich glaube, dass ich es schaffen kann, wenn ich verletzungsfrei bleibe und die Bedingungen stimmen. Die schnelle Split-Zeit von der Staffel in Berlin zeigt mir, dass ich dazu in der Lage bin in die Nähe der Zeit zu laufen. Natürlich  werde ich aber auch auf die Staffel fokussiert sein. Aber mein Traum ist ein Einzelstart bei den Olympischen Spielen.

Das sind hochgesteckte Ziele für die nächsten zwei Jahre- vor allem, wenn man bedenkt, dass du neben deiner sportlichen Karriere als IT-Administrator auch berufliche Verpflichtungen hast. Wie bekommst du beides unter einen Hut?

Torben Junker:

Das benötigt eine sorgfältige Planung. Im Training gibt es immer einen Wechsel zwischen härteren Trainingsphasen und Erholungsphasen. Ich versuche wichtige Projekte im Beruf so zu planen, dass ich in den intensiven Wochen die Vorbereitungen während meiner Arbeitszeit mache und die „heiße Phase der Projekte“ in meiner ruhigeren Trainingswoche stattfindet. Denn für ein gutes Training braucht man auch einen freien Kopf und kann nicht während des Trainings schon wieder gedanklich im Büro sein. Außerdem habe ich großes Glück mit meinem Arbeitgeber. Er ist sehr kooperativ, wenn es um Planung von Trainingslagern und Wettkämpfen geht.

Und natürlich ist eine gute medizinische Betreuung bei einer solchen Doppelbelastung wichtig. Gerade sitze ich zum Beispiel berufsbedingt sehr viel am Computer. Dadurch kommt es immer mal wieder zu kleineren Verspannungen, die schnell zu Verletzungen führen können, wenn sie nicht behandelt werden. Und natürlich ist die Behandlung nach harten Trainingseinheiten auch sehr wichtig für eine gute Regeneration.

 

Du bist seit einiger Zeit in der Praxis PHYSIOMED in Behandlung. Warum fühlst du dich hier besonders gut betreut?

Torben Junker:

In meiner bisherigen Karriere war ich bereits bei vielen Physiotherapeuten. Einige haben nur die akuten Probleme behandelt, ohne dabei ganzheitlich auf meinen Körper zu gucken. Meine Beschwerden waren dann nach kurzer Zeit wieder genauso schlimm wie vorher. Bei PHYSIOMED wird nach der Ursache des Problems gesucht und diese auch behandelt. Dadurch werden meine Problematiken dauerhaft besser. Außerdem bekomme ich Übungen für das Training mit nach Hause. So kann ich auch über die Behandlung hinaus an meinen persönlichen Schwächen arbeiten und Verletzungen vorbeugen.

Das hört sich so an, als hast du für dich einen guten Weg gefunden mit der Belastung der dualen Karriere umzugehen. Hast du einen Tipp für junge Langsprinter auf ihrem Weg zum Erfolg?

Torben Junker:

Die 400 Meter sind eine sehr harte Strecke, bei der man im Training fleißig sein muss und sich oft quälen muss. Es ist aber trotzdem enorm wichtig, dass man auf seinen Körper hört und selbst weiß wann es genug ist.

Du sagst selbst, dass die 400 Meter eine extrem harte Disziplin ist. Wieso machst du sie „trotzdem“, oder was reizt dich sogar gerade so daran?

Torben Junker:

Ich werde oft gefragt warum ich mir die 400 Meter ausgesucht habe. Eine richtig gute Antwort habe ich aber nicht. Ich finde die 400 Meter sehr anspruchsvoll, weil hier innerhalb kürzester Zeit alles stimmen muss und man alles aus seinem Körper rausholen muss. Spätestens auf der Zielgerade merkt man welche Belastung 400 Meter für den Körper sind. Im Training liegt die Kunst darin, den Schmerz der Übersäuerung möglichst weit nach hinten zu verschieben und genau das finde ich sehr spannend, wie man die Grenzen des eigenen Körpers durch Training verändern kann.

Danke für das Interview

Foto © Christian Schulz